Relaxen Angeln Golfen in Irland!



Irisches Tagebuch







Zwei traumhafte Wochen mit Freunden auf Stoneyisland

Sonntag, 16.10.


Ankunft in Portumna
Gegen 19.00 Uhr kommen neun erwartungsfrohe Irlandurlauber bei strömendem Regen im schon dunklen Portumna an. 3x Pfennig, 3x Enzeroth und 3x Ohli freuen sich auf zwei ereignisreiche Wochen in Irland. Der Empfang ist durch den Regen zwar durchaus typisch aber doch etwas unfreundlich. Daher wird einstimmig entschieden, bei STRONGES ein Begrüßungspint zu nehmen. Harry erkennt uns gleich wieder und nach einem Pint und einem Jameson sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.
   Jetzt geht`s zum Einchecken nach Stoneyisland. Im Birr-Liedl haben wir schon bis unter`s Autodach Proviant gemacht, der ordentlich verstaut wird. Nach der Verlosung der Zimmer - die jungen Herren waren für das Appartment " gesetzt "-  wird schon das Dinner vorbereitet, Lachstoast und anschließend Spaghetti Bolognese stehen auf dem ersten Speiseplan. Die mitgebrachten Weinschläuche ( Corbiere, span. Weißer und Favese ) werden strategisch im Haus verteilt. Der Wetterbericht für die nächsten Tage ist eher bescheiden, aber das stört im Moment keinen von uns, die Truppe ist erst einmal satt und zufrieden - mal schauen, was der Montag so bringt.







Montag, 17. 10.


Das sieht doch gar nicht so schlecht aus ! Sonne über dem Lough Derg.
Bevor wir uns in den Tag stürzen, gibt es traditionell ein full irish breakfast. Sorry, doch nicht full irish, die sausages fehlen noch - die werden nachher beim family butcher erst noch gekauft ! Nach dem Frühstück geht`s natürlich gleich auf den See. Tatendurstig soll es den Hechten an den Kragen gehen. Naja, die ersten Stunden auf dem See sind noch nicht von Erfolg gekrönt, aber die herrliche Herbstsonne über dem Lough Derg entschädigt uns mehrfach. Nach einem kleinen Lunch bestehend aus leckeren Toasts geht es wieder raus. Die Hechte halten sich auch am Nachmittag schwer zurück, aber Maxi P. setzt mit dem Fang einer rekordverdächtigen 3,6 kg Brown Trout das erste Petri Heil- Light !! Unter großem Hallo wird der Fisch gesichtet, abgelichtet, ausgenommen und in der Gefriertruhe deponiert. Fam. Pfennig darf entscheiden, wie der kapitale Fang zubereitet werden soll. Leider gibt es verschiedene Arten die Riesenforelle auf die Teller zu bringen, also wird die Entscheidung vertagt. Zum Glück haben wir für heute ja noch Premium Chicken Legs ( natürlich auch vom family butcher ), die in den neu gekauften tiefen Pfannen im Ofen mit Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten und Sellerie geschmort werden. Die Damen halten sich aus der Zubereitung des Mahles heraus und haben sich statt dessen während einer Runde Bridge über den Jameson hergemacht. Die Reizungen sind heute besonders mutig und zügig, und die Spiele gehen den Mädels unter großem Jubel der Sieger locker von der Hand. Wir alle freuen uns, dass Bridge so ein fröhliches und ausgelassenes Spiel ist!!!! Nichts für angestaubte Ladies, sondern eher für trink- und sangesfreudige Girls. Die Freudengesänge werden durch das Abendessen nur kurz unterbrochen, um danach mit den ersten Proben für unseren Beitrag bei der nächsten Irish House Music fortgesetzt zu werden. Spät geht`s in`s Bett, aber nicht zu spät ! Am nächsten Morgen müssen wir ja wieder fit sein - der See ruft !!







Dienstag, 18. 10.


Schon um 8.00 Uhr kommt Leben in die Bude. Nach und nach lässt sich jeder mal blicken. Unsere drei Grazien sehen wunderbar frisch und erholt aus - also gestern nichts falsch gemacht.
   Die Buben gehen heute mit neuer Taktik auf den See. Aus den Fehlern des Vortages haben alle gelernt - heute werden die Hechte sicher beissen. Mit meinem neuen Schweizer Blinker habe ich auch meinen ersten Hecht an der Angel - sehr klein, vielleicht 35 cm. Das Baby springt mir kurz vor dem Boot vom Haken, macht nichts, wenigstens der erste Hechtbiss ! Tja, dabei bleibt es aber auch für den Rest des Tages. Leicht angefrustet dreht ein Teil der Truppe eine Entspannungsrunde auf dem nahen Pitch & Putt Platz. Monika lässt sich diese Gelegenehit nicht entgehen, um ihre bis dahin noch kontollierte Erkältung im Regen auf dem Golfplatz explodieren zu lassen. Wir anderen bleiben gemütlich zu Hause und trösten uns mit einem Pint bei irischer Musik über das Schneiderdasein hinweg.
   Das mit der Fischerei muss jetzt etwas systematischer angegangen werden. Deswegen wird am Abend der Hechtguru Thomas Hofstetter ( Tel. Siehe " Kontakte " ) in Luzern zu Rate gezogen. In einem langen Telefonat motiviert er uns mit vielen " hundertprozentigen " Tips bezüglich Ort, Uhrzeit, Köder, Schleppgeschwindigkeit, Strömung, Richtung, Schlepplänge und -tiefe. Mit so vielen guten Ratschlägen ausgestattet konnte am nächsten Morgen eigentlich nichts schief gehen. Aber noch war es nicht so weit. Denn die ultimativen Tips bekommt man Dienstags traditionell in der " Auld Shabeen " bei Hausmusik wie vor 50 Jahren. Nach dem Abebdessen beim Chinesen in Portumna ( sehr gut ) sind wir die ca. 10 Km zur Auld Shabeen gefahren. Diese Hausmusik ist wirklich einmalig für jeden, der irische Musik unplugged ohne jeden Schnickschnack mag. An selber Stelle habe ich vor zwei Jahren von einer über 70 jährigen Lady todsichere Angeltips bekommen, die mich damals am nächsten Morgen auf dem stürmischen Lough Derg in ärgste Bedrängnis gebracht haben und mich seitdem nur noch zu zweit im Boot auslaufen lassen. Mit dem See ist bei Wind nicht zu Spaßen.
   Nach einem superlustigen Abend wollen alle Jungs schnell und intensiv schlafen, um am Mittwoch Morgen in der Shannonmündung mit den Spezialwobblern aus Luzern die Meterhechte an Bord zu holen.
  Die Träume drehen sich um Drill, Haken, Petri Heil ........







Mittwoch, 19.10.




7.30 Uhr. Alle männlichen Stoneyislandbewohner sind schon aus den Federn, obwohl es gerade erst dämmert. Nebel hängt auf dem Lough Derg. Wir stellen uns auf einen langen Angeltag ein. Jeder ist motiviert bis in die Haarspitzen. Dementsprechend planen wir auch den Proviant für die Boote. Sandwiches, harte Eier und ein paar Pints, um die großen Hechte gebührend begießen zu können. Vor der Abfahrt wird noch gründlich gespült ( damals gab es im Gegensatz zu heute noch keine Spülmaschinw ), wofür wir abends von den Frauen auch ordentlich gelobt werden, dann geht es endlich los. Drei Boote mit jeweils zwei hoffnungsvollen Petrijüngern auf dem Weg zur Shannonmündung. Dort warten die großen Hechte auf unsere gnadenlosen, handgemachten, dreigliedrigen, dreifach Drlilling bestückten, forellen-gleichen, rotbeschwanzten Wobbler.
   Unsere 45 minütige Fahrt gleicht der, der Armada ins Gefecht. Am Shannon angekommen verteilen wir und fächerartig, um die Hechte ohne Fluchtchance abzufischen.
Zwei Stunden später...
So richtig wild sind die Hechte nicht auf unsere Köder. Also wird vom zentralen Versorgungsboot der Proviant verteilt. Die Siegesbiere für die Hecht bleiben noch unangetastet. Es ist ja erst high noon. Zwei Stunden später - immer noch kein Biss! Rainer  sucht schon mit letzter Verzweiflung sogar Kopf-unter- Wasser nach den Fischen- und vor alem nach dem im Schilf verloren gegangenen Ruderstift. Inzwischen verliere ich leider ohne Biss einen Luzerner Wobbler - sorry Hofi - allerdings nach hartem Kampf mit der Seevegetation. Also 15.00 Uhr, nach sechs Stunden Pirsch kein Biss, nur Verluste. Die Siegerbiere werden vernichtet. Heimfahrt, Stimmung ? Gut !! Es geht heim ins warme Deltahaus auf Stoneyisland, und die Frauen werden uns schon trösten. Da die Mädels mit reichlich Fisch zum Abendessen gerechnet haben ist die Planung jetzt rein vegetarisch. Weder Phil noch ich lieben nacktes Ratatouille als Belohnung für einen langen Angeltag.  Also- noch mal raus !  Letzter Versuch an der Mündung des Kilcrow zehn Fahrminuten von Stoneyisland enfernt. Viel Zeit bleibt uns nicht. Zweiter Wurf mit Swiss Blinker - Biss - Hecht sicher 80 cm - schlecht angeschlagen, geht im Kraut vor dem Boot verloren. Das war knapp.  Mit Ruderschlepp gehts in den Fluss. 30 Meter weiter fängt Phil den ersten Hecht seines Lebens mit 63 cm Länge und 3,2 kg Gewicht. Die richtige Beilage zum Ratatouille ist gesichert. Das wichtigste aber ist, dass es Hechte hat, und sie beissen auch. Das gibt Hoffnung für die nächsten Tage.
    Mehlierte Hechtfilets in Salbeibutter ausgebraten mit besagtem R. , Weisswein und jede Menge Anglerlatein beenden einen tollen und wie immer unberechenbaren Anglertag am Lough Derg !

  Übrigens : Wetter  19 Grad, kein Regen, Wind schwach von SO.

   Morgen fischen wir den See leer !!







Donnerstag, 20. 10.


8.00 Uhr - alle Buben sind schon wieder auf den Beinen. Warum wohl ? Der See ruft schon wieder, diesmal ganz laut. Dazu irisches Wetter, keine Wolke am Himmel, der See ruht und der seit drei Tagen abnehmende Mond schaut von Westen auf die im Osten aufgehende Sonne - geil !!
   Ich versuche, dies alles auf
ein Foto zu bekommen, geht aber leider nicht. Also  packe ich die Szene in meine Erinnerung und wünsche jedem dies einmal live hier am Steg in Stoneyisland zu erleben. Zurück in die Küche. Die letzten zehn Sausages werden verbraten, Müsli, grüner Tee ( 78,34 Grad Celsius ! ) Turkey, Cheese, Jam, alles da.
  Die Damen fahren nach Nenagh - Shopping und irische Männer angucken. Wir Männer gehen natürlich - angeln. Außer Bernd, der meditiert.

  Das erneute Gespräch mit dem Schweizer Spezialisten hat alle wieder motiviert. Auf geht `s. Ergebnis : Zwei Hechte im Fluss - saubere Leistung. Mein Hecht war leider so klein, dass nach der Filetierung ( erster Vesuch ) nicht mehr viel übrig blieb.
   Nachmittags waren Phil, Bernd ( rechte oder linke Hand oben am Griff ?? ) und Klaus beim Pitch & Putt. Feine Runde von allen. Bernd hat durch einen grandiosen "Chip in" am 13. Loch ein Pint gewonnen - ganz einfach, wie er sagt, man muss sich halt nur konzentrieren. Am 18. Loch stande Phil und ich 20 Meter vor ihm am Fairwayrand, und Bernd hatte große Angst einen von uns zu treffen. Anstatt uns traf er sich selbst am linken Knöchel - komisch trotz voller Konzentration !! Dafür gab `s kein Pint - Schade! Nach dem Golf sind Phil und Klaus noch mal auf den See, viel Spaß, kein Biss, klasse neue Ideen für morgen.
  Natürlich gab es auch lecker Abendessen. Endlich wurde die große Seeforelle vom Montag ( Catcher Maxi ) zubereitet. Das lange Warten hat sich gelohnt ! Der Fisch hat uns dank Pfennigs Kochkunst nicht nur satt sondern auch glücklich gemacht. Das Foto oben kann nur andeutungsweise das Festmahl wiedergeben.
   Während ich diese Zeilen schreibe, wird extrem lebhaft über die Sportlichkeit des Golf-Netto-Systems diskutiert. Rainer liest im " Sakrileg", der Schein der Kerzen gibt dem Raum neue Gemütlichkeit....- und alle machen sich schon Gedanken, mit welchem Köder der Esox morgen aus dem See in die Pfanne kommen wird.
   Der Abend klingt aus, die nächsten Tage : Galwaybesuch, Pferderennen....







Freitag, 21. 10.


8.20 Uhr - noch alles ruhig in Angler`s Rest & Return. Still ruht der See. Im Westen steht der Mond noch hoch über dem Lough Derg, und wenn ich draußen am Steg bin, sehe ich im Osten die Sonne langsam über den Horizont klettern. Die völlge Stille und Harmonie sind immer wieder faszinierend und werden durch das vereinzelte Rufen eines Vogels oder das verschrecte Zucken eines Fisches in den Binsen noch betont.
   Zurück im Haus liegen immer noch alle in den Federn, aber der Kaffee ist durch gelaufen und verbreitet den perfekten Morgenduft in alle Räume des Deltahauses. In der letzten Nacht wurde wild und lange über Gott und die Welt diskutiert. Durch die Lektüre von Dan Brownes " Sakrileg " und " Illuminati " scheinen sich alle mit dem Thema Religion und Kirche intensiv auseinander gesetzt zu haben. Die Gespräche waren intensiv und leidenschaftlich, wobei  unsere Inspiration durch den ein oder anderen Jameson im wahrsten Sinn des Wortes unterstützt wurde. Aber auch über die Zubereitung einer mitternächtlichen Kartoffelsuppe lässt sich trefflich streiten, und ich werde die fassungslosen Gesichter nicht vergessen, als ich nach zwei Stunden Kochzeit die ausgelaugten Selleriestangen entsorge anstatt sie zu pürieren und wieder in die Suppe zu geben. Das Für und Wider dieses Tuns wird ausgiebig von allen debattiert.
   Zurück zum Geschehen an diesem Freitag. 9.10 Uhr - das Knacken der Dielen im ersten Stock sagt an, dass langsam Leben ins Haus kommt. Nach und nach treffen sich alle mit einem verschlafenen Good Morning an der Theke. Bernd hat leider Kopfschmerzen, was wir einhellig dem Wetterumschwung zuschreiben. Aber nach 1200 mg ASS und 400 mg Ibu ist das Problem gelöst und schlecht ist ihm von dieser Pferdedosis auch nicht geworden. Da sage noch einer, Arzneimittel wären schlecht verrträglich. Nach dem Frühstück findet jeder so seine Aufgabe. Phil & Max gehen auf den See, Lili&Klaus fahren zum Einkaufen, heute Abend soll es Irish Stew geben. Wir lassen uns beim Family Butcher intensiv beraten und kaufen zwei Kilo Irish Lamb für 22,- €. Finden wir O.K., das Fleisch sieht super aus. Noch H2O und Potatoes, dann gehen wir zu einem Spaziergang in den wunderschönen Forest Park. Über eine Stunde begegnet uns keine Menschenseele. Das erste lebende Wesen, dass unseren Weg kreuzt, ist ein riesiger Damhirsch. In angemessenem Abstand lassen wir ihn unseren Weg passieren, schon imposant so ein großes Tier direkt vor uns.
   Zurück im Haus haben die Putzteufel wieder klar Schiff gemacht, und unser Heim strahlt wieder neuem Glanz. Unsere Angler hatten wir schon ganz vergessen, als Phil & Max vom Bootshaus hoch kommen. Es scheint, als können sie die Wanne kaum tragen. Bestimmt nur Show !!?? Nicht ganz, zwei schöne Hechte 58 cm und 69 cm sind Max an die Angel gegangen. Petri Heil !! Der Schweizer Blinker Kneubühler 503 hat zum fünften mal zugeschlagen.
   Nach einer Runde Pitch & Putt werden die Hechte ausgenommen & filetiert. Selbst Franz hat an den Filets nichts auszusetzen, also muß es perfekt sein.
   Ab 17.00 Uhr sind bis auf Phil & Maxi alle wieder im Haus. Die zwei sind noch mal auf den See. Wir anderen lesen, speilen Karten ( Bassas ), schlürfen Kaffee und gegen sechs kommmt das Stew auf den Herd. Kurz vor sieben schaue ich aus dem großen Panoramafenster auf den See, der langsam von der Dunkelheit beschlichen wird. Als ich so schaue, fällt mir ein, dass die Jungs noch fehlen. Phil & Maxi sind noch draussen. Man kann in der Dunkelheit den Horizont schon kaum noch erkennen, und wir konzentrieren uns auf die Landzunge in ca. einem km Enfernung, um dessen Binsen das Boot mit den Jungs hoffentlich jeden Moment kommt. Langsam wird uns mulmig, nichts zu sehen. Ausgerüstet mit zwei Taschenlampen machen Rainer und ich uns auf den Weg zum Bootshaus. Inzwischen ist es eigentlich stockdunkel und nur das an die Dunkelheit gewöhnte Auge kann noch Konturen erkenne. In diesem Moment hören wir endlich die ersehnten Motorengeräusche vom See, sehen kann  man noch nichts. Mit Hilfe des Lichts aus dem Haus und den Taschenlampen aus dem Bootshaus finden die Jungs die Einfahrt durch die Binsen ins Bootshaus. Das war knapp, und allen ist der Schreck in die Glieder gefahren. Eins steht fest: nur noch mit Handy auf den See und spätestens eine halbe Stunde vor Dämmerung nach Hause!
   Zum Glück kehrt nach der Aufregung bei uns der Appetit zurück, und das Stew ist göttlich. Zum Nachtisch gibt es irischen Butterkuchen. hmmm!!!
   Die großen Fischer ziehen Zwischenbilanz. Nach fünf Tagen eine große Brown Trout, fünf Hechte im Boot und drei im Kampf verloren, das lässt hoffen. Aber morgen geht`s erst mal nach Galway - bisschen Shopping, ein paar Austern - schön!! Wir gönnen uns halt was.







Samstag, 22.10.


Nach einem full irish breakfast ( die sausages vom neuen family butcher sind super, zehn Stück zwei € ) teilt sich die Truppe.Brigitte, Rainer & Klaus fahren über die Cliffs of Moher und den Burren nach Galway. Lili & Monika nehmen den Weg über fünf Möbelgescjäfte nach G.
   Ich habe die Cliffs noch nie bei so schönem Licht wie heute gesehen, Sonne mit kleinen weißen Wolken über uns und im Nordwesten ein Regenbogen von Horizont zu Horizont. der auf Regen in Galway hin deutet.







Das juckt uns im Moment noch wenig und wir genießen den tollen Blick über die Cliffs und den Atlantik fast bis nach Amerika...
Nach einer Bilderbuchfahrt über den Burren nehmen wir einen versäteten Seafood-Lunch in Kinvara in einem urigen, zitronengelben Pub direkt am Ozean. Gegen 16.00 Uhr treffen wir uns alle vor dem Mc. D. in der Fußgängerzone von Galway. Sprudelndes Stadtleben hier im Gegensatz zur Beschaulichkeit in unserem kleinen Portumna. So schwärmen wir wieder aus, jeder in die Richtung seiner Wahl.
Nach einem Abschiedspint brechen wir auf zum Abendessen im Bee - Hive, einem kleinen, einfachen Family-Restaurant in Portumna. Noch ein kleiner Absacker im Pub, dann geht`s heim ins Reich nach Stoneyisland.
Home sweet home!
Morgen wird die geschundene Reisekasse aufgefüllt, denn es geht zum Pferderennen nach Clonmel.







Sonntag, 23.10.


Die Organisation lässt zu wünschen übrig. Zum Frühstück fehlt so ziemlich alles. 9.00 Uhr - auf zum Einkaufen. Die Geschäfte in Portumna sind auch am Sonntag Morgen schon offen. Neben der Breakfastutensilien kaufen wir auch für das Abendessen ein: Hecht in Senfsauce steht auf dem Menue. Also Senf, Eier, Mehl, Gurken fürs Gemüse, jede Menge Wasser und natürlich die Irish Racing Post mit den neuesten ultimativen Infos über die Form der Pferde beim Rennen in Clonmel, schließlich soll der Rubel beim Wetten richtig rollen. Nach einem flotten Frühstück geht es los. Abfahrt 10.30 Uhr nach Nenagh über Thurles, Cashel ( tolles altes Schlß ) nach Clonmel. Fahrt knapp zwei Stunden, aber es lohnt sich, die Rennbahn ist echt super, gute Tribüne,Bar & Lounge. Die Bahn verläuft 1,2 Meilen über hügeliges aber gut einzusehendes Gelände. Die Stimmung bei diesen Races ist immer wieder einzigartig und elektrisiert mich sofort.







Beim kleinen Lunch vor dem Rennen treffen wir ein vom Turf begeistertes Corker Ehepaar ( s. Bild rechts ), die gerade aus Paris vom Prix de LÀrc de Triomphe zurückgekommen sind. Internationaler Flair in tiefster irischer Provinz. Natürlich sind wir ganz heiß auf die Expertentips. Nach einigem Betteln erbarmen sie sich und verweisen auf das zweite Rennen - Außenseiter " Time on Your Side " wird das Rennen machen!!
Na Klasse, einfacher geht`s ja nicht.







Noch 30 Min. bis zum ersten Rennen. Zwei Meilen Hindernis mit 20 Pferden. Nicht so leicht, auf den richtigen Gaul zu setzen. " Bit of a Gift" ist hoher Favorit ( 2 zu 1 ). Nr. 17 ist " Pretty Special " ein deutsches Pferd und krasser Außenseiter ( 23 zu 1 ). Aber auf alle Fälle fünf € wert-oder ? Das feld geht ab, das Volk geht mit, das Rennen geht zu Ende," Pretty Special" geht als drittletzter durchs Ziel. Puh, das erste Rennen ist immer zum Einfühlen in die Rennatmosphäre - fünf Euro sind noch zu verschmerzen, zumal wir im zweiten Rennen ja unseren todsicheren Tip haben. Erst mal mit einem Pint of Smithwicks stärken und dann ab zum Bookie. Zum Glück wirkt das Pint noch nicht richtig und ich setze nur zehn Euro auf den Gaul. So eine Krücke dieser " Time on Your Side ", schon kurz nach dem Start hinter dem Feld, an der dritten Hürde gestrauchelt, Letzter ! Ich vertraue doch wieder meinem eigenen Pferdeverstand und der Racing Post.
   Wir verfolgen die Rennen direkt an der Bahn und genießen das Rennerlebnis mit begeisterten Iren, urigen Bookies und das Fieber steigt bei jedem Start auf`s Neue.
  Nach sechs Rennen haben wir immerhin zwei mal gewonnen - keine schlechte Bilanz. Phil hat sich lieber eine irische Schirmmütze gekauft, anstatt sein Geld zu verwetten, eine gute Entscheidung, denn die Kappe schmückt sein Haupt für den Rest des Urlaubs. Ich kann mich nur schwer vor dem letzten Rennen von der Bahn trennen- wahrscheinlich hätte ich im letzten Race auf den richtigen Hengst gesetzt und wer weiß, wann ich das nächste mal dabei sein kann.
  Zu Hause zaubert Monika die Hechtfilets mit feuriger Coleman`s Senfsauce, Reis und Gurkengemüse auf den Tisch und ganz gemütlich plaudern wir uns schlemmend in die Nacht.







Montag, 24. 10.


Die ganze Nacht über peitschen heavy showers über das Lough Derg und damit auch über Stoneyisland. Nach zehn Tagen sonnigen Herbstwetters in Irland endlich einmal richtiges Sauwetter. Das bedeutet für die meisten genüssliches Ausschlafen. Lili und ich haben die Nasen relativ früh an der Luft, weil wir eigentlich unsere erste Runde im Portumna GC drehen wollten. Aber wir kommen nicht so richtig in die Gänge und genießen aus sicherer Position in den Sesseln mit einem Kaffee in der Hand das Schauspiel des vom Sturm aufgewühlten Lough Derg. "Course closed" heißt es in der Telefonansage des Golfclubs. Also kein Golf heute, aber eine große Wanderung im geschützten Forest Park geht immer. Rainer-Bernd-Klaus lassen sich den Wind so richtig um den Kopf blasen. Vom Forest Park gehen wir gleich weiter ins Städtchen zum Einkaufen. Beef in Guiness soll das Dinner heißen. Also zwei kg Beef & viel Guiness & zwölf Möhren & sechs Zwiebeln & viele Kartoffeln. Mit acht Dosen Guiness in der Hand treffe ich völlig unverhofft mitten auf der Hauptstraße in Portumna auf meinen lieben Apothekerkollegen Horst I. Auch er ist ein großer Irland-, Angel-, Golf- und natürlich Stoneyislandfan. Dieser Zufall muß selbstverständlich gebührend gefeiert werden. Da wir sowieso gerade auf dem Weg zum " Ferry Inn " sind, um einen Tisch für das morgendliche Abendessen mit Franz & Bridgit zu reservieren, liegt es natürlich nahe, dort bei dem ein oder anderen Pint etwas Anglerlatein auszutauschen. Es ist noch ziemlich hell, als wir " Ferries Inn " wieder verlassen, aber gut, dass wir schon alles eingekauft hatten.
   Zu Hause waren alle ausgeflogen. das wieder gute Wetter hat die Jungs auf den See und die Mädels in den Park gelockt. Wir machen uns über die Reste des Mittagessens ( Spag. Bolo. ) her. Schön so ein Gammeltag.
   Rainer zieht es noch mal zu einer abendlichen Pirsch auf den See. Bernd und ich machen uns derweil schon mal ans Beef. Das Kochen für viele Leute macht total Spaß. Anbraten des Beefs auf drei Kochstellen, gnadenloses Ablöschen mit Guiness, Möhren, Zwiebeln....köcheln bis zum Abwinken.







Franz und Bridgit laden uns zu einem Apero in ihr Reich ein, da können wir natürlich nicht nein sagen. Inzwischen findet sich auch der Rest der Stoneyislandgemeinschaft wieder ein, und wir genießen Franz` Gastfreundschaft bei Whiskey und Lachstoast.
   Das Abendessen wird zum Nachtessen. Gemütlich versammeln wir uns alle an der Theke unseres Heims und warten bis die dampfenden Töpfe frei gegeben werden.
  Für morgen gibt es noch keine konkreten Pläne, mal schauen, was das Wetter so meint.
   Bisher hatten wir ja massig Glück! Irland - von der Sonne verwöhnt!!!!